Junge Leute bei fünf Projekten tätig
Freie Presse | 13.08.2005
Litauische Teilnehmer am Weltjugendtag helfen Straßenfest in der Badergasse zu veranstalten - Morgen ökumenischer Gottesdienst
Ein Teil der Jugendlichen aus dem litauischen Erzbistum Kaunas, die während der "Tage der Begegnung" aus Anlass des XX. Weltjugendtages in Köln seit Mittwoch bei der katholischen Franziskusgemeinde zu Gast sind, haben gestern Nachmittag im Rahmen des "Tages des sozialen Engagements" in der Badergasse ein Straßenfest mit ausgerichtet. Veranstaltet wurde es gemeinsam mit dem Mütter- und Familienzentrum "Wespennest" und jungen Leuten aus der Region. Sie hatten im Laufe des Vormittages die Bastel- und Spielangebote vorbereitet, 14.30 Uhr begann dann das Fest. Unter dem Motto "Trommeln für eine Welt" gab es auch viel Musik zum Mitmachen.
Spontan hatten sich sechs junge Leute für diese Veranstaltung entschieden. Mit dabei war der 37-jährige Kapuzinermönch Vincentas, der in seiner Heimat ebenfalls solche Feste durchführt und auch Straßenkinder betreut. Er sprach über seine Erwartungen. "Wir wollen erleben, was in Deutschland an sozialem Einsatz möglich ist, das Leben vor Ort kennen lernen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen", sagte er. "Wie führen hier Straßenspiele durch und werden dabei erfahren, welche Erwartungen die Kinder und Jugendlichen haben."
"Wir sind ganz herzlich in Crimmitschau aufgenommen worden und wollen viele Leute treffen, um mit ihnen zu reden und gemeinsam zu feiern", nennen die 26-jährige Ingrida und die 18-jährige Lina ihre Beweggründe. Man sei zwar auf Grund der vielen Veranstaltungen mitunter etwas müde, aber zum Ausschlafen sei jetzt nicht die Zeit.
"Sprachschwierigkeiten gibt es kaum. Und wenn doch welche auftraten, versuchen wir es eben mit Händen und Füßen. Man spürt die große Begeisterung, die Offenheit und Hilfsbereitschaft der jungen Leute aus Litauen bei der Vorbereitung von Spielen und Bastelmöglichkeiten", so Kristina Bayer und Sylvia Herden vom "Wespennest". Es wurden Anstecker selbst hergestellt, Delphine, Sterne und anderes aus Holz gebastelt, Tassen konnten bemalt werden. Die verschiedenen Straßenspiele machten Spaß. Ein Höhepunkt war das "Trommeln für eine Welt".
Am "Tag des sozialen Engagements" unter dem Motto "Under construction - bau mit an einer gerechten Welt" waren gestern weitere Jugendliche aus Litauen in sozialen Projekten im Einsatz. Damit sollten die ausländischen Teilnehmer am Weltjugendtag einen Einblick in das soziale Leben Deutschlands erhalten. In Crimmitschau waren litauische und deutsche Jugendliche in fünf gemischten Projektgruppen aktiv tätig. So auch im Johanniter-Kindergarten "Bussibär". Dort haben sie den Zaun entrostet und neu gestrichen und gemeinsam mit den Kindern zu Mittag gegessen.
Im Heim "Kinderarche" war eine andere Gruppe mit der Vorbereitung und Durchführung eines Kinderfestes befasst. Es wurde litauisch gekocht. In den Pflegeheimen Rösner und "Im Park" gestalteten junge Leute Musikprogrammes und saßen beim Kaffeetrinken beziehungsweise Abendessen mit den Heimbewohnern zusammen. Beim Verein zur Förderung von Ausbildung, Beschäftigung, Beratung und Betreuung Jugendlicher und Erwachsener (FAB) arbeiteten die Jugendlichen an einem FAB-Projekt für die Crimmitschauer Tagesstätte "Kinderland" der Volkssolidarität in der Gartenstraße mit.
Zum Abschluss der "Tage der Begegnung" sind morgen alle Crimmitschauer nach dem Marktfest zu einem ökumenischen Gottesdienst um 18.30 Uhr in der St.-Laurentius-Kirche eingeladen.
Nach den erlebnisreichen Tagen werden die litauischen Jugendlichen vor ihrer Weiterreise zum XX. Weltjugendtag nach Köln verabschiedet. (HTT/KG)
Sowohl die Kinder, die verschiedene Sachen basteln konnten, als auch die jungen Leute aus Litauen hatten gestern ihren Spaß beim Straßenfest in der Badergasse. (Foto: Ralf Rojé)



