WJT-Erlebnisse: Bericht von Monika Lesch

Am Montag, dem 15. August machten wir uns unmittelbar nach dem Abschlussgottesdienst der „Tage der Begegnung“ in Begleitung von Corina Meisinger und Pfarrer Gehrke von Crimmitschau aus nach Köln auf. Wir, das waren: Franziska Schreckenbach, Sarah Bayer, Katharina und Monika Lesch und Markus Ruhs. Voll gepackt mit Luftmatratzen, Ruck- und Schlafsäcken, Verpflegung und den Steinen, die an dem Tag des sozialen Engagements von den Jugendlichen aus Litauen und Crimmitschau gemeinsam gestaltet wurden und erfüllt mit einer Mischung aus Vorfreude, Aufregung und Skepsis. Skepsis deshalb, weil keiner von uns so richtig begreifen konnte, dass nach den vielen Monaten der Vorbereitung, der Aufregung und des Stress jetzt der Moment gekommen war, in dem es wirklich nach Köln ging. Natürlich nicht auf direktem Weg, weil wir uns in Zwickau erst mal mit den anderen 120  Jugendlichen der Dekanatsgruppe trafen und es ging ja auch eigentlich nicht nach Köln, sondern nach Neuss – aber was interessieren einen in solchen Momenten solche Kleinigkeiten? Als am Zwickauer Bahnhof dann alle in den richtigen Bussen saßen und die letzten Klarheiten beseitigt waren konnte es endlich richtig losgehen. Je mehr man auf der A 4 Richtung „Westen“ fuhr, desto mehr Busse waren zu sehen: alle voll mit Jugendlichen und alle mit dem gleichen Ziel.

Dekanatsgruppe_1Gegen 17.00 Uhr kamen wir dann unserer Gastgebergemeinde an – zur gleichen Zeit wie die italienischen und portugiesischen Jugendlichen, die auch in Neuss in untergebracht waren. So konnte man schon mal einen ersten Eindruck davon gewinnen, wie die nächsten Tage ungefähr aussehen würden: lange Wartezeiten inmitten von Massen von Jugendlichen - inmitten eines babylonischen Sprachengewirrs. Da gerade bei der Anmeldung unserer Dekanatsgruppe ein Computerfehler unterlaufen war, hatten wir bis ca. 0.00 Uhr nachts die Möglichkeit dieses Flair zu genießen. Als dann letztendlich doch noch jeder seinen Pilgerausweis, -rucksack und die Essensmarken bekommen hatte, ging es ins Quartier: die Turnhalle eines örtlichen Gymnasiums. Jeder war froh als er endlich in seinen Schlafsack kriechen konnte, denn es ging am nächsten Morgen 6.30 weiter.

Der Hauptprogrammpunkt am Dienstag war der Eröffnungsgottesdienst in der LTU Arena in Düsseldorf um 17.00 Uhr. Vormittags hatten wir die Möglichkeit in Kleingruppen von vier bis acht Jugendlichen Neuss zu entdecken, um dann selbstständig am Nachmittag zum Treffpunkt unserer Dekanatsgruppe in Düsseldorf zu gelangen. Allerdings hatten weit mehr als 50.000 Jugendliche, die im Großraum Düsseldorf untergebracht waren, das gleiche Ziel und versuchten alle mit der gleichen U-Bahn-Linie zu der Arena zu fahren. Am Ende war es wirklich eine Angelegenheit von Minuten und viel Glück, ob jemand noch in die Arena hinein gelassen wurde oder nicht. Der größte Teil unserer Dekanatsgruppe hatte es in die Arena hineingeschafft und konnten den Gottesdienst mit Kardinal Lehmann zu feiern. Da ich persönlich zu den Jugendlichen gehörte, die nur ein paar Minuten zu spät waren, kann ich davon nichts weiter erzählen. Ansonsten brauchten die Jugendlichen dann auch den ganzen Abend für den Heimweg nach Neuss. Bis 23.30 Uhr zum gemeinsamen Abendgebet in der Turnhalle, bei dem die Erlebnisse des Tages bewusst vor Gott gebracht wurden, hatten fast alle den Weg zurück ins Quartier gefunden und auch dieser Tag ging seinem Ende zu.

Mittwoch und Donnerstag verliefen relativ parallel: 6.30 Uhr aufstehen, 7.15 Uhr Abmarsch zum Frühstück und zum Morgengebet in der Gastgebergemeinde. Anschließend fanden für die deutschsprachigen, in Neuss untergebrachten Jugendlichen in der Eissporthalle 10.00 Uhr Katechesen statt, nach denen es die Gelegenheit gab, das Bußsakrament zu empfangen. Anschließend wurde 12.00 Uhr gemeinsam in der Halle Hl. Messe gefeiert, die von einem Neusser Jugendchor mit Band ausgestaltet wurde und welche die Jugendlichen sehr angesprochen hat. Danach gab es Mittagessen und die Lunchpakete für das Abendessen und jeder konnte individuell in seiner Kleingruppe an den verschiedenen Veranstaltungen im Großraum Düsseldorf – Köln – Bonn, je nach Interesse und Geschmack, teilnehmen. Meine Kleingruppe hatte sich für den Mittwochabend dazu entschieden, an einem Ökumenischen Gottesdienst im Gelände der Kölner Hochschulgemeinde teilzunehmen. Nach dem Gottesdienst gaben auf dem Gelände die Wise Guys, eine ziemlich bekannte Kölner à capella–Band, ein Konzert, extra für die Weltjugendtagsbesucher. Unsere Gruppe verbrachte dort einen wunderschönen Abend, hatte dann allerdings einen sehr hindernisreichen  Heimweg nach Neuss. In einem Ort, 23 km von unserem Quartier entfernt, sah es schon fast so aus, also ob wir noch einen sehr langen Spaziergang vor uns haben würden bzw. bis 5.00 Uhr auf den nächsten Zug würden warten müssen. Da in dieser Woche aber vor allem die öffentlichen Verkehrsmittel nicht nach Plan fuhren, kam dann doch noch ein Sonderzug, der direkt nach Neuss fuhr und wir trafen so gegen 2.30 Uhr in unserer Turnhalle ein. Nach der Katechese am Donnerstag entschieden wir uns dafür, einen ruhigen Nachmittag und Abend in Neuss zu verbringen, da unsere Kleingruppe vom vorherigen Tag bzw. der vergangenen Nacht noch sehr angegriffen war. So waren wir bei dem Empfang des Papstes an den Rheinwiesen nicht persönlich dabei.

Dekanatsgruppe_18Am Freitag hatte unsere Dekanatsgruppe ihren Pilgertag zum Kölner Dom. Es war so schon schwierig in den Menschenmassen als Gruppe zusammen zu bleiben und wir hatten noch einen Rollstuhlfahrer dabei. Aber wir sind ja erfindungsreich und hatten schon bald eine Strategie entwickelt, um alle heil in den Dom zu bringen. Im Dom gab es allerdings ein kleines Problem, so dass wir nicht bis zum Dreikönigsschrein gelangten. Das war an sich nicht tragisch, da wir in Ruhe zu Mittag essen und anschließend gemütlich nach Neuss zurückfahren konnten. Dort fand am Abend auf dem Münsterplatz der Kreuzweg statt. Dieser war sehr ansprechend gestaltet und dauerte ca. zwei Stunden. Müde von den Erlebnissen der vergangenen Tage, begaben wir uns danach in die Turnhalle, da ja auch am nächsten Tag der Weg zu den Veranstaltungen auf dem Marienfeld anstand.

Der Samstag Vormittag war von Zusammenpacken und dem Abschlussgottesdienst mit den Neusser Stadtgemeinden geprägt. Man konnte die Anspannung regelrecht greifen, die dadurch hervorgerufen wurde, das jeder der Anwesenden nur noch an die Veranstaltungen auf dem Marienfeld denken konnte. Und dann ging es los. Wir wurden bis zu einer bestimmten Raststätte an der A 1 gefahren, um dann, bepackt mit dem Notwendigsten für das Wochenende, inmitten von Tausenden Pilgern zum ca. 8 km. entfernten Marienfeld zu gelangen. Da wurde es schon schwierig als große Gruppe zusammen zu bleiben, aber es gelang.

Dekanatsgruppe_25Auf dem Marienfeld hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon 700.000 Pilger versammelt, manche befanden sich schon seit den frühen Morgenstunden dort. So kam es, dass der Schlafplatz unserer Gruppe schon belegt war und wir uns nach einer anderen Übernachtungs- und Rastmöglichkeit umsehen mussten. Das hört sich harmloser an als es war. Es wurde unmöglich, 127 Personen, darunter einen Rollstuhlfahrer, in diesen Massen als große Gruppe zusammen zu halten. Gott sei Dank fanden wir dann doch noch einen Bereich, wo alle Zwickauer genügend Platz zum Übernachten hatten, und auch wenn sich dieser Ort ganz hinten befand, konnte man sich für die Vigilfeier einen günstigeren Platz an einer Leinwand suchen. Als dann auch jeder mit Essen und Schlafplatz versorgt war, beruhigten sich die Gemüter auch wieder. Da auch überall Lautsprecher aufgestellt waren, konnte man auch von unserem Platz die Vigilfeier und die Messe am Sonntag ohne Probleme verfolgen, wenn einem die akustische Übertragung genügte. Praktisch an diesem Ort war, dass wir von diesem Ausgangspunkt am Sonntag nach dem Schlusssegen das Marienfeld relativ unkompliziert und schnell in Richtung Busse verlassen konnten. Bis allerdings unsere Gruppe vollzählig an den Bussen versammelt war, vergingen noch ein paar Stunden. Wir konnten 18.00 Uhr die Heimreise nach Zwickau antreten und Montag früh halb zwei kam der letzte der drei Reisebusse wohlbehalten am Hauptbahnhof in Zwickau an.

Wie soll man ein Ereignis, das man fast nur emotional erfassen konnte, mit Worten beschreiben? Natürlich klingen die Statistiken sehr beeindruckend und gerade der Weltjugendtag bietet sehr viel Stoff für mathematische Analysen und strategische Auswertungen. Nicht umsonst beschäftigten sich ca. 7800 Journalisten aus aller Welt vor Ort damit. Allerdings werden in den Medien oftmals manche, eher nebensächliche Dinge überbetont und andere wiederum, die fast jeder mitgemacht hat, werden „unter den Teppich gekehrt“. Wenn man solche Veranstaltungen nur auf diese Weise betrachtet, würden all die Dinge verloren gehen, weswegen zum Beispiel der Weltjugendtag für meine Kleingruppe und mich zu einem genialen und unvergesslichen Ereignis wurde.

Terminvorschau

  • Heute, 19.05.2012
  • 09:00 Arbeitseinsatz Piusheim
  • 10:00 Musicalprojekttag Piusheim
  • 17:00 Hl. Messe Liebfrauen-Kapelle
  • Morgen, 20.05.2012
  • 07:45 Hl. Messe St.-Bonifatius-Kirche
  • 10:00 Festgottesdienst St. Johannis-Kirche
  • 17:00 Maiandacht St. Franziskus-Kapelle

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